Raufutterspeicher

Eine gelungene Verbindung von Geschichte, Gegenwart und Zukunft   Der historische Raufutterspeicher ist ein zweigeschossiger Fachwerkbau mit Mansardendach und Aufzugserker nach außen in Anlehnung an den Barockstil. Über den Aufzugserker wurde das Getreide im Obergeschoss eingelagert und konnte durch eine Schütte bei Bedarf nach unten befördert werden. Diese Schüttanlage kann heute noch besichtigt werden. Der Grundriss des Speichers ist ein verschobenes Rechteck (Parallelogramm). In den wenigen Literaturquellen wird als Entstehungsjahr 1749 genannt.

Mit den Instandsetzungsarbeiten 1997 wurden auch dendrologische Untersuchungen (Holzaltersbestimmungen) durchgeführt. Das Ergebnis deutet auf eine Entstehungszeit um 1730/31. Somit muss die Errichtung des Speichers nicht Friedrich II, sondern seinem Vater, Friedrich Wilhelm I - dem Soldatenkönig - zugeschrieben werden. Der Raufutterspeicher wurde zu dem Zweck erbaut, im Kriegsfalle Raufutter (Heu, Stroh, Rüben) für die Kavallerie aufzubewahren. Bis 1990 wurde der Speicher landwirtschaftlich genutzt. Seit 1976 steht er unter Denkmalschutz. Im Jahre 1997 begann die denkmalgerechte Restaurierung des historischen Raufutterspeichers. Im Hinblick auf ein sinnvolles Nutzungskonzept wurde ein gläserner Innenraum geschaffen, eine Heizung, eine Teeküche sowie Sanitäranlagen eingebaut. Am 08. September 2002 konnte das Gebäude – Am Märchenwald 1 – feierlich eröffnet werden. Heute befinden sich im Raufutterspeicher einige heimatgeschichtliche Ausstellungstücke, unter anderem auch aus dem Schöneicher Schloß. Wechselnde Ausstellungen, Lesungen, Vorträge und Gespräche in kleinem Rahmen finden hier ebenso statt wie die regelmäßigen Oster- und Weihnachtsmärkte des Vereins der Schöneicher Heimatfreunde.