Ein Schiff wird kommen

Zeit:
Am 25.02.2018, 16:00 Uhr
Ort:
Kulturgießerei, An der Reihe 5
Preise:
VVK 12,-, AK 15,-, ermäßigt 10,-

 
Caroline du Bled & scorbüt
 
Die gebürtige Pariserin Caroline du Bled greift mit impulsiv-erotischen Gestiken nach unseren Chanson-Klassikern. In Artistik aus Körper, Expression und Stimme verwandelt sie Lieder der 20er bis 70er Jahre zu brisanten Affären mit dem Publikum.

Brel, Brecht, Piaf, Hans Albers, Gainsbourg, Rio Reiser... scorbüt beschwören mit Charme und Witz französische Chansons und deutsche Hafenlieder. Sie schleudern die allbekannten Ohrwürmer mitsamt ihren Utopien und Sehnsüchten ins neue Jahrhundert.
Der feurig-fiebrig bis lasziv-fordernde Gesang wird mit klassisch-unklassischer Gitarre umsponnen und von  origineller Percussion mit weiter Klangfarbe rhythmisch getrieben. Es entsteht ein lustiges, ein tiefsinnig-sinnliches Musik-Theater, das zum Lachen, Schaudern und Mitfiebern verführt.

Scorbüt treten auf Bühnen wie dem Berliner Deutschen Theater, dem Gorki-Theater, der Volksbühne oder dem Hamburger Thalia-Theater auf, sie waren ins Pariser Außenministerium zur Verleihung des deutsch-französischen Journalistenpreises geladen, spielten ein abendfüllendes Konzert auf Deutschlandradio, veröffentlichten zwei CDs und begeistern seit Jahren das Publikum zwischen Flensburg und Marseille.

„Mich trägt die Sehnsucht fort in die weite Ferne!“, „Je ne regrette rien!“, „Ein Schiff wird kommen!“...  es  gibt  Songfetzen,  die  als  Parasiten  des  letzten  Jahrhunderts  im  Kopf herumschwirren. Was wollen sie uns sagen? Was transportieren sie für Geschichte, diese Ohrwürmer, und warum gehen sie nicht weg?

Die Interpretationen von scorbüt befreien Chansons von Kitsch und Patina, legen emotionale Momente frei: nackte, ungeschützte Leidenschaft, Ängste, Hoffnungen.
Du Bled ist eine Künstlerin darin, diese Passionen auf der Bühne zu entfalten: sie werden zum direkten Ereignis, gehen unter die Haut. Das Antiquierte wird akut, das Triviale plötzlich riesengroß.

In seinen Zwischenreden reflektiert das Heiko Michels, spricht in bester kabarettistisch-philosophischer Manier über „biologisch-dynamische Ohrwurmbekämpfung“ oder „emotionale Konservierungsstoffe“. Und der minimalistische und doch intensive Klang von Konzertgitarre und Percussion Gilson Cardosos versetzt den Raum in beständige Spannung: mal stürmisch überflutend, mal feinfühlig zupfend legt sich die Musik um den Gesang und verrät in ihrer dynamischen Eigenart Prägungen aus Flamenco, Tango, moderner Klassik und Vaudeville.

Die  drei  Künstler  sind  sensibel  für  Ort  und  Publikum:  sie  arrangieren  die  Liedauswahl häufig neu, reagieren auf Zwischenrufe oder Themen des Tages oder bespielen Räume mit besonderer Akustik. So erlebt das Publikum einzigartige Live-Abende.
 
Foto: Andreas Winter

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